Zusammenfassung zum Kurs " was nun": die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten Ihres Fotoapparates (Belichtungszeit, Blendenöffnung, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit), Fotos im PC verwalten und archivieren.
WAS MACHT EINE LEISTUNGSFÄHIGE DIGITALE KAMERA AUS?
- Ein leistungsfähiger digitaler Fotoapparat hat einen großen Bildsensor der bei hohen ISO-Werten kein erhöhtes Bildrauschen aufweist. Bei vielen heutigen digitalen Kameras ist der Bildsensor im Verhältnis zu der Auflösung zu klein, sodass trotz hoher Auflösung keine optimalen Fotos erzeugt werden.
- Je höher die Auflösung, also die Anzahl der Pixel, des produzierten Fotos, umso größer kann man Fotos in guter Qualität ausdrucken und umso eher kann man kleine Details des Fotos vergrößert und noch gut erkennbar, darstellen.
- Je größer der optische Zoom (Achtung nicht digitaler Zoom!) umso mehr kann man entfernte Motive ohne Qualitätsverlust heranziehen.
- Je kurzer die Auslöseverzögerung der Kamera, also je schneller die Kamera, umso so eher kann man die zu fotografierende Szene exakt in dem gewünschten Ausgenblick festhalten. Je kurzer die Speicherzeit, also je schneller die Kamera beim Speichern der Fotos ist, umso schneller kann man ein neues Foto erstellen (Serienbilder).
UNTERSCHIEDLICHE KAMERAMODELLE (KOMPAKTKAMERA CONTRA SPIEGELREFLEXKAMERA)
- Kompaktkameras sind klein und kompakt, leicht zu transportieren und preislich eher günstiger als Spiegelreflexkameras.
- Spiegelreflexkameras sind größer, dadurch aber handlicher für die korrekte Haltung des Fotoapparates, flexibel da ein Objektivwechsel möglich ist meist sehr schnell. Der Preis ist meist höher als der von Kompaktkameras.
DIESE GRUNDEINSTELLUNGEN SOLLTEN SIE BZGL. DES VERWENDUNGSZWECKES DER FOTOS BEACHTEN
Bildgröße der Fotos:
Die Bildgröße der Fotos wird in Pixel angegeben. Nicht jeder Hersteller bezeichnet die entsprechende Einstellung im Menü bzw. in den Funktionen der Kamera gleich. Bei manchen Kameras entspricht die Einstellung der Anzahl der Pixel wie z.B. z.B. 3008 x 2000, 1504 x 1000, 1600 x 1200, bei anderen Kameras werden Kennzeichnungen wie L (large), M (medium), S (small) usw. verwendet.
Bildqualität (Bildformat bzw. Bildformatoptionen) der Fotos:
Auch hier gilt das gleiche wie bei der Bildgröße. Jeder Hersteller hat seine eigene Vorstellung wie die Bildqualität zu bezeichnen ist. Bei manchen Kameras wird die entsprechende Einstellung mit Kennzeichnungen wie z.B. Fine, Normal, Economy usw. angegeben. Einige Kameras fassen die Einstellungen zur Bildgröße und die Einstellung zur Bildqualität in einer kombinierten Einstellung zusammengefasst.
Manche Kameras ermöglichen es sogar festzulegen in welchem Bildformat das Foto auf der Speicherkarte abgelegt werden soll.
JPEG Fine, JPEG Normal, JPEG Basis:
Das Bild wird in der Kamera berechnet. Bei entsprechend hoher JPG-Komprimierung führt das zu Detailverluste aber dafür benötigt das Foto weniger Speicherplatz.
RAW oder NEF:
Das Bild wird nicht in der Kamera berechnet, es wird nur in Form von Rohdaten und Bildeinstellungen abgespeichert. Die Berechnung also Erzeugung des Bildes muss im PC gemacht werden. Dadurch ergeben sich Vorteile wie: Nachbearbeitung durch Bildbearbeitungsprogramme ohne Verlust möglich, Unabhängigkeit vom Stand der heutigen Technik, Bildmanipulationen lassen sich zurücknehmen.
TIF:
Das Bild wird in der Kamera berechnet. Keine Detailverluste aber dafür großer Speicherplatzbedarf.
DIE EINSTELLUNGEN SIND BZGL. DER SZENE BZW. DER AUFNAHME-SITUATION EINZUSTELLEN
Belichtungszeit (Verschlusszeit):
Je länger die Belichtungszeit umso mehr Licht gelangt auf den Bildsensor. Je kürzer die Belichtungszeit umso eher kann man bewegte Motive einfrieren.
Damit eine Aufnahme richtig belichtet wird, müssen Sie sowohl die Belichtungszeit als auch die Blendenöffnung (siehe nächster Punkt) entsprechend einstellen.
Belichtungszeitkritische Situationen:
- Bei schwachem Umgebungslicht bedarf es einer längeren Belichtungszeit.
- Bei sich schnell bewegenden Motiven muss ich die Belichtungszeit verkürzen, wenn ich das Motiv scharf darstellen (einfrieren) will.
- Bei viel Umgebungslicht bzw. bei statischen Motiven kann ich die Belichtungszeit verlängern.
Belichtungszeit-Verschlusszeitreihe von lang (Bildunschärfe) nach kurz (scharfes Bild) in 1/sec:
1 - 2 - 4 - 8 - 15 - 30 - 60 - 125 - 250 - 500 - 1000 – 2000
Faustregel für verwackelungsfreie Bilder:
Die Verschlusszeit (in sec) sollte nicht größer als die Brennweite (in mm) sein. Bei einer Brennweite von 60 mm sollte also die Verschlusszeit nicht länger als 1/60 sec sein. Durch den Einsatz von Bildstabilisatoren kann man bzgl. dieser Faustregel die Verschlusszeiten bis zu 3 Stufen verlängern.
Blendenöffnung:
Je größer die Blendenöffnung umso mehr Licht gelangt auf den Bildsensor. Je weiter offen die Blende umso weniger Tiefenschärfe erhält die Aufnahme.
- Bei Bedarf von wenig Tiefenschärfe (Porträtfotos, Motive die sich vom Hintergrund abheben sollen) muss die Blende so groß wie möglich gewählt werden.
- Bei Bedarf von viel Tiefenschärfe (Landschaftsfotos, wenn sowohl Motive in der Nähe als auch jene in der Ferne scharf abgebildet werden sollen) dann muss die Blende so klein wie möglich gewählt werden.
Blend-Reihe von groß (wenig Tiefenschärfe) nach klein (viel Tiefenschärfe) in 1/f:
1 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 - 32
Belichtungszeit und Blendenöffnung aufeinander abstimmen:
Nehmen wir an die Automatik-Messung der Kamera ergibt eine Belichtungszeit von 1/125 bei einer Blendenöffnung von 1/8 für eine optimale Belichtung der Aufnahme.
Ich möchte eine Szene mit Motiven in Bewegung einfrieren. Darum möchte ich die Belichtungszeit um 2 Stufen verkürzen. Kein Problem, ich verkürze also die Belichtungszeit um 2 Stufen, öffne dafür aber die Blende um 2 Stufen. Dadurch erhalte ich im Endeffekt die gleiche Belichtung der Aufnahme. Ich kann also eine Belichtungszeit von 1/1000 bei einer Blendenöffnung von 1/4 verwenden.
Ich möchte das Motiv mit mehr Tiefenschärfe darstellen, sodass sowohl Motive in weiter Ferne als auch nahe Motive scharf abgebildet werden. Ich schließe darum die Blende um 2 Stufen und muss dafür die Belichtungszeit auch um 2 Stufen verkürzen. Dadurch erhalte ich die gleiche Belichtung der Aufnahme. Ich kann also eine Blendenöffnung von 1/16 bei einer Belichtungszeit von 1/30 verwenden.
ISO-Empfindlichkeit:
Reichen die Lichtverhältnisse nicht aus um die gewünschte Kombination von Belichtungszeit und Blendenöffnung zu erreichen, kann man die ISO-Empfindlichkeit der Kamera erhöhen. Wird die ISO-Empfindlichkeit um eine Stufe erhöht, dann kann ich bei gleichen Lichtverhältnissen die Belichtungszeit um eine Stufe verkürzen.
Bei hoher ISO-Werten und schlechten Bildsensor verstärkt sich aber das Risiko von Bildrauschen drastisch! Manche Kameras kommen mit den höchst möglichen ISO-Werten ohne weiteres zurecht, andere sind bereits mit der vorletzten Stufe überfordert.
Brennweite & Focus:
Durch Einstellen der Brennweite wird bestimmt in welcher Entfernung Motive scharf abgebildet werden. Man kann damit aber auch bestimmen ob das Motiv neutral oder entstellt dargestellt wird. Bei kurzen Brennweiten also geringem Abstand zum Motiv werden Proportionen verzerrt z.B. werden beim Fotografieren aus der Froschperspektive die Beine einer Person ungewöhnlich lang, während beim Fotografieren aus Normalperspektive Nasen groß wirken, der Kopf sich nach hinter verjüngt usw.. Bei der Landschaftsfotografie kann man dies gut nutzen um die Weite zu betonen.
Die Brennweite bei der (aus menschlicher Sicht) nichts verzerrt wird, ist 50 mm. Sie eignet sich darum vortrefflich für die Porträt-Fotografie!
Mit langen Brennweiten kann man sehr weit entfernte Motive formatfüllend abbilden und den Vorder- und Hintergrund optisch näher zusammen rücken lassen.
AF Automatischer Fokus:
Die Kamera versucht das Motiv automatisch scharf zu stellen, also die Brennweite automatisch auf das Motiv einzustellen.
MF manueller Fokus:
Sie können selbst manuell die Distanz einstellen in welcher Motive scharf abgebildet werden.
∞ unendlicher Fokus:
Die Kamera stellt auf unendlich scharf, sodass auch Motive in weiter Ferne scharf abgebildet werden. Das ist z.B. ideal für die Landschaftfotografie.
Macro -Fokus:
Die Kamera stellt so nah als möglich scharf. Das ist ideal für extreme Nahaufnahmen.
Blitz (auto/ein/aus/rote Augen):
Ich muss beim Blitz bedenken, dass er nur eine beschränkte Reichweite hat. Wenn das aufzuhellende Motiv zu weit entfernt ist, schafft es der Blitz nicht. Im Automatikgetriebe ist es in solchen Fällen ratsam den Blitz trotz wenig Umgebungslicht aus zu schalten. Dadurch wählt die Kamera eine längere Belichtungszeit bzw. größere Blende und kann die Aufnahme richtig belichten. Mit Blitz würde die Kamera eine kürzere Belichtungszeit bzw. kleiner Blende wählen, aber da der Blitz es nicht schafft, wird das Foto unterbelichtet ausfallen.
Der Blitz kann auch bei Sonnenlicht eingesetzt werden. Wenn durch den Einfall von Sonnenstrahlen Gesichter halb in der Sonne und halb im Schatten liegen, dann kann ich versuchen mit eingeschaltetem Blitz die schattigen Bereiche aufzublitzen.
Weißabgleich:
Der Weißabgleich dient der richtigen Farbwiedergabe von Fotos. Viele digitale Fotoapparate stellen Einstellungen wie z.B. starke Glühbirnen (3.000 K), Neonröhren (4.200 K), Sonnenlicht (5.200 K), Blitzaufnahmen (5.400 K), bewölkter Himmel (6.000 K), blauer Himmel (8.000 K) usw. zur Verfügung. Weiteres ist es bei vielen digitalen Kameras möglich einen Wert für den Weißabgleich unter den aktuellen Lichtbedingungen zu messen, indem man eine neutrale (weiße oder graue) Fläche fotografiert. Wenn der Wert für den Weißabgleich optimal eingestellt ist, ergeben sich Farben so wie sie der Mensch als realistisch empfindet. Stellt man bei neutralen Lichtverhältnissen den Weißabgleich auf Glühbirne ein, dann geht die Software des Fotoapparates davon aus, dass man sich unter orangen/rötlichen Licht befindet und steuert dem durch Hinzugabe von Blau entgehen. Die Software versucht also ein farblich realistisches Foto zu erzeugen. Weil ich mich aber nicht tatsächlich unter Glühlampenlicht also orangen/rötlichen Licht befinde, wird die Aufnahme einen Blaustich aufweisen. Stelle ich neutralen Lichtverhältnissen den Weißabgleich auf blauer Himmel ein, dann geht die Software des Fotoapparates davon aus, dass ich mich unter blauem Licht befinde und steuert dem durch Hinzugabe von entgehen. Dadurch wird die Aufnahme einen Rot/Orange-Stich aufweisen.
Ich kann also mit dem Weißabgleich die Farbstimmung des Fotos beeinflussen.
Programme helfen bei der Einstellung wesentlicher Parameter
Die meisten Hersteller von digitalen Kompaktkameras gehen davon aus, dass ein Nicht-Experte die Kameras bedienen muss. Darum bieten sie meist vollautomatische oder halbautomatische Programme an, die Zeit, Blende, ISO-Wert, Blitz, Weißangleich usw. automatisch einstellen. Hier nur einige dieser Programme:
Auto | Alles wird automatisch eingestellt. Ideal wenn die Kamera "schussbereit gehalten werden soll" |
Porträt | Hintergrund unscharf, Hautfarben werden naturgetreu |
Landschaft | Alles scharf, leichte Tendenz zu blau und grün |
Makro | Nahaufnahmen, leichte Tendenz zu rot, kräftige Farb- und Kontrastwiedergabe |
Action | Kurze Belichtungszeit um bewegende Objekte möglichst einzufrieren, Autofokus wird ständig nachgeführt, Abschaltung der Schärfepriorität zugunsten der Auslösepriorität |
Nachtaufnahme | Lange Belichtungszeit (Stativ empfohlen) |
| Nachtporträt | Blitz-Langzeitsynchronisation: bei aktiviertem Blitz orientiert sich die Verschlusszeit am Umgebungslicht, ohne das Blitzlicht zu berücksichtigen. (Stativ empfohlen) |
| Sonnenuntergang | Wie Landschaft aber Belichtung angepasst und wärmere Farben |
| Schnee | Schnee bleibt weiß / |
| Gegenlicht | In dunklen Bereichen bleiben Details sichtbar |
| ... | Andere Motivprogramme wie z.B. Herbst, Kinder, Baby, Tiere, Kerzenlicht, Party usw. sind meist Ableitungen der Standardprogramme |
P | Programmautomatik: Voreingestellte Kombinationen aus Zeit und Blende |
A | Zeitautomatik: Sie geben die Blende (aperture = Öffnung) vor, die Kamera sucht automatisch die passende Belichtungszeit. Ideal zum Steuern der Tiefenschärfe (kleine Blendzahl unscharfer Hintergrund und umgekehrt) |
S | Blendautomatik: Sie geben die Belichtungszeit vor, die Kamera sucht automatisch die passende Blende. Ideal um Bewegungen einzufrieren (kurze Zeit) bzw. Bewegungen zu zeigen (lange Zeit). |
M | Manuell: Alles muss selbst eingestellt werden |
TIPPS
Tipps 1 – Belichtung korrigieren ohne Kameraeinstellungen zu nutzen:
Die meisten Kameras haben den Messpunkt in der Bildmitte. (Achtung: Bei einigen Kameras kann man die Position des Messpunktes selbst festlegen. Bei vielen Kameras kann man bestimmen ob die Messung nur auf einen Punkt in der Mitte des Bildes, auf einen größeren Bereich in der Bildmitte oder sogar auf den ganzen Aufnahmebereich gemittelt erfolgen soll.) Wählen Sie also den Bildausschnitt so, dass jener Bildpunkt an dem die Messung erfolgen soll in der Bildmitte liegt. Jetzt drücken Sie den Auslöser bis zum ersten Druckpunkt, meist zur Hälfte, hinunter. Im Automatikbetrieb stellt nun die Kamera jetzt alle wesentlichen Parameter wie Zeit, Blende, Schärfe und Kontrast automatisch ein. Schwenken Sie jetzt (Auslöser muss immer noch zur Hälfte gedrückt bleiben) zum Bildausschnitt den Sie fotografieren wollen und drücken Sie den Auslöser durch. Dieses Verfahren geht nur gut, wenn der Messpunkt und der fotografierte Bildmittelpunkt im Bereich liegen den die Tiefenschärfe abdeckt.
Tipp 2 – Farbstimmung ändern:
Sie möchten ganz bewusst, dass das Foto warm wirkt also einen Farbstich bekommt. Schalten Sie z.B. trotz Glühlampenlicht den Weißabgleich auf Neon ein. Dadurch meint die Kamera sie befindet sich unter blauem Licht und fügt als Ausgleich Rot hinzu.
Tipp 3 - Focus manuell einstellen:
Sie möchten in hinter Gitterstäben fotografieren. Stellen Sie den manuellen Fokus ein, dann können Sie selbst die Entfernung bestimmen in der scharf gestellt wird. Damit gewährleisten Sie, dass die Kamera das Tier scharf stellt und nicht die Gitterstäbe.
Mehr Tipps finden Sie im Workshop digitale Fotografie!
Tipps für tolle Fotos finden Sie beim Spiegel Online: 10 Tipps für tolle Fotos und Tipps für das Bild der Bilder.
Bilder verwalten, archivieren und korrigieren
Zum verwalten, archivieren und einfachen korrigieren von Fotos gibt es viele verschiedene Programme. Eines davon ist Picasa von Google. Das tolle an Picasa: es ist Freeware und relativ gut dokumentiert.
Google Picasa:http://picasa.google.de (download, Funktionen, Hilfe)







