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Digitale Kamera gekauft – Was nun?

Digitale Kamera gekauft – Was nun?

Zusammenfassung zum Kurs „Digitale Kamera gekauft, was nun?“: die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten Ihres Fotoapparates (Belichtungszeit, Blendenöffnung, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit), Fotos im PC verwalten und archivieren.

Unterschiedliche Kameratypen: Kompaktkamera, Bridge Kamera, Spiegelreflex Kamera, Spiegellose Systemkamera

  • Digitale Kompaktkameras sind klein und kompakt, leicht zu transportieren und preislich günstiger als Spiegelreflexkameras. Beim Fotografieren sind Kompaktkameras lautlos, die Bildqualität hält sich aber aufgrund des sehr kleinen Bildsensors in Grenzen und das Objektiv ist nicht wechselbar. Bei vielen Kompaktkameras lassen sich Parameter wie Blende und Verschlusszeit nur bedingt vom Fotografen beeinflussen. Kompaktkameras setzten dabei vor allem auf Motivprogramme wie z.B. Porträt, Sport, Sonnenuntergang usw.
  • Digitale Spiegelreflexkameras sind nicht nur bzgl. Außenabmessungen, sondern auch bzgl. Bildsensor (Fotochip) größer als Kompaktkameras und auch Bridgekameras. Sie sind flexibel, da ein Objektivwechsel möglich ist und sehr schnell. Durch den Spiegelmechanismus wird das Bild durch die Optik hindurch zum Sucher projeziert („What you see is what you get“).
  • Die größeren Bridgekameras versuchen, eine Brücke zwischen Kompaktkamera und Spiegelreflexkamera zu schlagen, indem sie sich in Bezug auf Ausstattung und Qualität dazwischen positionieren. Das Objektiv ist dabei fest verbaut, hochwertiger und lichtstärker, der Bildsensor größer als bei Kompaktkameras.
  • Spiegellose Systemkameras sind eine Mischform zwischen Bridgekamera und Spiegelreflexkamera. Sie haben zwar keinen mechanischen Spiegel, aber trotzdem wechselbare Objektive.

Was macht einen leistungsfähigen digitalen Fotoapparat aus?

Kamera:

  • Ein leistungsfähiger digitaler Fotoapparat hat einen großen Bildsensor, der bei hohen ISO-Werten kein erhöhtes Bildrauschen (Helligkeits- und Farbrauschen) aufweist und mehr Spielraum für Schärfe-Unschärfe zulässt. Bei vielen heutigen digitalen Kameras ist der Bildsensor im Verhältnis zur Auflösung zu klein, sodass trotz hoher Auflösung keine optimalen Fotos erzeugt werden.Sensorgrößen:
    EOS-1D XDas Referenzformat ist das Format Kleinbild, das bei heutigen professionellen Spiegelreflexkameras (Nikon D4, D800, D600, Canon EOS 5D Mark III, EOS-1D X, EOS 6D), eingesetzt wird. Einsteiger-Spiegelreflexkameas (Nikon D3200, D5200, D90, D7100, D300s, Canon EOS 1100D, EOS 100D, EOS 600D, EOS 700D, EOS 60DEOS 7D nutzen das DX respektive das APS-C Format.
    Formate Kamerasensoren
    Quelle: © Chriusha (Хрюша) / CC-BY-SA-3.0 / (optional) Wikimedia Commons
  • Je höher die Auflösung, also die Anzahl der Pixel, des produzierten Fotos, umso größer kann man Fotos in hoher Qualität ausdrucken und umso eher kann man kleine Details des Fotos vergrößert und noch gut erkennbar, darstellen.
  • Je höher der Tonwertumfang (am besten über 8 Blendstufen) der Kamera ist, umso einfacher ist es, Szenen, die sowohl sehr helle Bereiche z.B. Sonne als auch recht dunkle Bereiche z.B. Schatten haben, ausgeglichen festzuhalten.
  • Je geringer die Farbabweichung, desto genauer entspricht das Bild dem menschlichen Empfinden.
  • Je kürzer die Auslöseverzögerung der Kamera, also je schneller die Kamera, umso so eher kann man die zu fotografierende Szene exakt in dem gewünschten Augenblick festhalten.
  • Je kürzer die Speicherzeit, also je schneller die Kamera beim Speichern der Fotos ist, desto schneller kann man ein neues Foto erstellen (Serienbilder).

Bemerkung: Die große Pixellüge

Die Werbung suggeriert, dass eine höhere Auflösung zu besseren Fotos führt. Tatsächlich werden aber in vielen Kompaktkameras die Auflösungen zwar immer höher aber die Bildsensoren immer kleiner oder bleiben zumindest gleich. Das resultiert in kleineren Abmessungen der einzelnen Fotodioden, die auf dem Bildsensor aufgebracht sind. Die Dicht der Fotodioden wächst also, während die Oberfläche der Fotodioden abnimmt, sodass dieselben weniger Lichtphotonen aufnehmen können. Um das zu kompensieren erhöhen die Hersteller die Empfindlichkeit der Bildsensoren, was aber leider in störendem Bildrauschen (Pixel die in ihrer Helligkeit nicht dem Motiv entsprechen) resultiert. Besonders schlimm ist dieses Bildrauschen bei schlechten Lichtverhältnissen. Eine höhere Auflösung führt also meist zu einer schlechteren Bildqualität, außer der Hersteller vergrößert die Bildsensorfläche oder verbessert erheblich die Sensortechnik. Viele Hersteller setzten dabei auf Rauschfilter die zwar das Bildrauschen entfernen können, aber dafür Bilddetails eliminieren.

Kleiner Sensor
Kleiner Handy Sensor (4,5 x 3,4 mm)
Format 4:3
Größerer Spiegelreflex Sensor im DX Format
Größerer Spiegelreflex Sensor
im DX Format (23,7 x 15,6 mm)
Format 3:2

Optik:

  • Je größer der optische Zoom (die Möglichkeit, die Brennweite viel zu variieren), umso mehr kann man entfernte Motive ohne Qualitätsverlust heranziehen bzw. vergrößern. (Achtung nicht mit digitalem Zoom verwechseln!)
  • Je größer die mögliche Blendenöffnung – man spicht dabei von lichtstarken Objektiven – desto mehr Licht kann durch das Objektiv hindurch, dementsprechend kürzer kann die Verschlusszeit gewählt werden, um verwackelungsfreie Bilder zu erstellen.Vor allem bei lichtkritischen Situationen ist das sehr wichtig.
  • Je weniger stark die Verzerrung, der Helligkeitsabfall zum Randbereich und je weniger Farbsäume, umso genauer entspricht das Bilder der Wirklichkeit bzw. dem menschlichen Empfinden.

Ausstattung:

  • Mit einem Bildstabilisator kann man die Faustregel für die Erstellung von verwackelungsfreien Fotos von ein bis zu vier Blendstufen unterschreiten.
  • Ein Schwenkdisplay ermöglicht kreative Perspektiven.
  • Ein Blitzanschluss ist hilfreich, nicht nur weil man daran leistungstärkere externe Blitzgeräte anschließen kann, sondern vor allem weil man externe Blitzgeräte meist auch drehen kann. somit ist es mit externen Blitzen möglich indirekt zu blitzen oder von der Seite zu blitzen und frontales Blitzlicht, das direkt auf das Motiv gerichtet ist zu vermeiden.
  • Ein Stativgewinde dient der Montage der Kamera auf einem Stativ.
  • Ein GPS-Modul kann die GPS-Position in dem aufgenommenen Bild hinterlegen.
  • Das Livebild ermöglicht die Kontrolle des Bildausschnittes direkt auf dem Display der Kamera.
  • Mit einer Serienbildfunktion können mehrere Fotos schnell hintereinander geschossen werden.

Diese Grundeinstellungen sollten Sie bzgl. des Verwendungszweckes des Fotos beachten

Bildgröße der Fotos:

Die Bildgröße der Fotos wird in Pixel angegeben. Nicht jeder Hersteller bezeichnet die entsprechende Einstellung im Menü bzw. in den Funktionen der Kamera gleich. Bei manchen Kameras entspricht die Einstellung der Anzahl der Pixel wie z.B. 3008 x 2000, 1504 x 1000, 1600 x 1200, bei anderen Kameras werden Kennzeichnungen wie L (large), M (medium), S (small) usw. verwendet.

Bildqualität (Bildformat bzw. Bildformatoptionen) der Fotos:

Auch hier gilt das Gleiche wie bei der Bildgröße. Jeder Hersteller hat seine eigene Vorstellung wie die Bildqualität zu bezeichnen ist. Bei manchen Kameras wird die entsprechende Einstellung mit Kennzeichnungen wie z.B. Fine, Normal, Economy usw. angegeben. Einige Kameras fassen die Einstellungen zur Bildgröße und zur Bildqualität in einer kombinierten Einstellung zusammen.
Manche Kameras ermöglichen es sogar festzulegen, in welchem Bildformat das Foto auf der Speicherkarte abgelegt werden soll.

JPEG Fine, JPEG Normal, JPEG Basis:

Das Bild wird in der Kamera berechnet. Bei entsprechend hoher JPG-Komprimierung führt das zu Detailverlusten, aber dafür benötigt das Foto weniger Speicherplatz.

RAW oder NEF:

Das Bild wird nicht in der Kamera berechnet, es wird nur in Form von Rohdaten und Bildeinstellungen abgespeichert. Die Berechnung also Erzeugung des Bildes muss im PC gemacht werden. Dadurch ergeben sich Vorteile wie: Nachbearbeitung durch Bildbearbeitungsprogramme ohne Verlust möglich, Unabhängigkeit vom Stand der heutigen Technik, Bildmanipulationen lassen sich zurücknehmen.

TIF:

Das Bild wird in der Kamera berechnet. Keine Detailverluste, aber dafür großer Speicherplatzbedarf.

Folgende Einstellungen sind bzgl. der Szene bzw. der Aufnahme-Situation einzustellen

Vorausgeschickt:

Das Wort Fotografie oder Photographie leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet übersetzt „mit Licht zeichnen“. Die Aufgabe des Fotografen ist es also, mit Licht zu malen. Dabei hat er im wesentlichen drei Parameter zur Verfügung, mit denen er die Belichtung eines Bildes steuern kann: Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert.

Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert stehen im direkten Zusammenhang. Vergrößern wir einen Wert, dann muss ein anderer Wert entsprechend verkleinert werden, sodass eine gleiche Bildhelligkeit erzielt wird.

Es ist z.B. für die Bildhelligkeit irrelevant ob ein Bild mit:

ISO 400, 1/125 s, F11
ISO 400, 1/250 s, F8
ISO 400, 1/500 s, F5,6
ISO 200, 1/125 s, F8

fotografiert wird. Die gestalterischen Unterschiede bzgl. Schärfentiefe, Bewegungsunschärfe und die Qualitätsunterschiede hinsichtlich des Bildrauschens können aber ziemlich unterschiedlich ausfallen.

Belichtungszeit (Verschlusszeit):

Kurze Belichtungszeit: 1/60 s
Kurze Belichtungszeit: 1/60 s

Lange Belichtungszeit: 0,5 s
Lange Belichtungszeit: 0,5 s

Mitzieher
Mittelmäßige Belichtungszeit: 1/30 s

Je länger die Belichtungszeit, umso mehr Licht gelangt auf den Bildsensor. Je kürzer die Belichtungszeit, umso eher kann man bewegte Motive einfrieren.

Damit eine Aufnahme richtig belichtet wird, müssen Sie sowohl die Belichtungszeit als auch die Blendenöffnung (siehe nächster Punkt) entsprechend einstellen.

Belichtungszeitkritische Situationen:

  • Bei schwachem Umgebungslicht bedarf es einer längeren Belichtungszeit.
  • Bei sich schnell bewegenden Motiven muss ich die Belichtungszeit verkürzen, wenn ich das Motiv scharf darstellen (einfrieren) will.
  • Bei viel Umgebungslicht bzw. bei statischen Motiven kann ich die Belichtungszeit verlängern.

Belichtungszeit-Verschlusszeitreihe von lang (Bildunschärfe) nach kurz (scharfes Bild) in 1/sec:
1 – 2 – 4 – 8 – 15 – 30 – 60 – 125 – 250 – 500 – 1000 – 2000

Faustregel für verwackelungsfreie Bilder:

Die Verschlusszeit (in sec) sollte nicht größer als die Brennweite (in mm) sein. Bei einer Brennweite von 60 mm sollte also die Verschlusszeit nicht länger als 1/60 sec sein. Durch den Einsatz von Bildstabilisatoren kann man bzgl. dieser Faustregel die Verschlusszeiten von 1 bis zu 4 Stufen verlängern.

Blendenöffnung:

Kleine Blende F11, viel Tiefenschärfe
Kleine Blende F11, viel Tiefenschärfe

Große Blende F5.6, wenig Tiefenschärfe
Große Blende F5.6, wenig Tiefenschärfe

Je größer die Blendenöffnung, umso mehr Licht gelangt auf den Bildsensor. Je weiter offen die Blende ist, umso weniger Tiefenschärfe erhält die Aufnahme.

  • Bei Bedarf von wenig Tiefenschärfe (Porträtfotos, Motive, die sich vom Hintergrund abheben sollen) muss die Blende so groß wie möglich gewählt werden.
  • Bei Bedarf von viel Tiefenschärfe (Landschaftsfotos, wenn sowohl Motive in der Nähe als auch jene in der Ferne scharf abgebildet werden sollen) dann muss die Blende so klein wie möglich gewählt werden.

Blend-Reihe von groß (wenig Tiefenschärfe) nach klein (viel Tiefenschärfe) in 1/f:
1 – 1,4 – 2 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32

Merkregeln:

  • Je kleiner die Blendenzahl (bzw. je größer die Blendenöffnung), um so weniger Schärfentiefe.
  • Je größer die verwendete Brennweite, um so weniger Schärfentiefe.
  • Je geringerer die Distanz zwischen Kamera und Aufnahmeobjekt, um so weniger Schärfentiefe.

Belichtungszeit und Blendenöffnung aufeinander abstimmen:

Nehmen wir an, die Automatik-Messung der Kamera ergibt eine Belichtungszeit von 1/125 bei einer Blendenöffnung von 1/8 für eine optimale Belichtung der Aufnahme.
Ich möchte eine Szene mit Motiven in Bewegung einfrieren. Darum möchte ich die Belichtungszeit um 2 Stufen verkürzen. Kein Problem, ich verkürze also die Belichtungszeit um 2 Stufen, öffne dafür aber die Blende um 2 Stufen. Dadurch erhalte ich im Endeffekt die gleiche Belichtung der Aufnahme. Ich kann also eine Belichtungszeit von 1/500 bei einer Blendenöffnung von 1/4 verwenden.

Ich möchte das Motiv mit mehr Tiefenschärfe darstellen, sodass sowohl Motive in weiter Ferne als auch nahe Motive scharf abgebildet werden. Ich schließe darum die Blende um 2 Stufen und muss dafür die Belichtungszeit auch um 2 Stufen verkürzen. Dadurch erhalte ich die gleiche Belichtung der Aufnahme. Ich kann also eine Blendenöffnung von 1/16 bei einer Belichtungszeit von 1/30 verwenden.

ISO-Empfindlichkeit:

Reichen die Lichtverhältnisse nicht aus, um die gewünschte Kombination von Belichtungszeit und Blendenöffnung zu erreichen, kann man die ISO-Empfindlichkeit der Kamera erhöhen. Wird die ISO-Empfindlichkeit um eine Stufe erhöht, dann kann ich bei gleichen Lichtverhältnissen die Belichtungszeit um eine Stufe verkürzen oder die Blende um eine Blendöffnung verkleinern.
Bei hohen ISO-Werten und schlechtem Bildsensor verstärkt sich aber das Risiko von Bildrauschen drastisch! Manche Kameras kommen mit den höchst möglichen ISO-Werten ohne weiteres zurecht, andere sind bereits mit der vorletzten Stufe überfordert.

Brennweite:

Durch das Einstellen der Brennweite am Objetiv wird der Bildwinkel, der gesehen wird, bestimmt. Zum Beispiel entspricht eine Brennweite von 8 mm (Extremweitwinkel=Fischauge; tonnenförmige Verzerrung) einem Blickwinkel von 180°, eine Brennweite von 50 mm (Normalobjetiv, neutrale Darstellung) einem Blickwinkel von 46° und eine Brennweite von 200 mm (Teleobjektiv, kissenförmige Verzerrung) einem Blickwinkel von 12°. Die Brennweiten sind auf Basis des Kleinbild-Formats (Vollformatsensor=36×24 mm) angegeben. Bei DX, APC-C, Four-Thirds, 2/3“ usw. Sensoren müssen entsprechende Umrechnungsfaktoren (Cropfaktoren) benutzt werden.

Vergleich Blickwinkel (°) im Verhältnis zur Brennweite (mm) und dem Format (B x H in mm) des Sensors

Brennweite FourThirds
17,3 x 13 mm
Canon APS-C
22,5 x 15 mm
Nikon DX
23,7 x 15,6 mm
Kleinbild
36 x 24 mm
Mittelformat
89 x 56 mm
f=8mm 107.04° 118.78 ° 121.16° 139.41° 162.70°
f=14mm 75.40° 88.00° 90.76° 114.18° 150.18°
f=24mm 48.53° 58.79° 61.18° 84.06° 130.93°
f=35mm 34.36° 42.24° 44.13° 63.44° 112.70°
f=50mm 24.42° 30.26° 31.68° 46.79° 92.88°
f=100mm 12.35° 15.40° 16.15° 24.41° 55.47°
f=200mm 6.19° 7.74° 8.11° 12.35° 29.46°
f=300mm 4.13° 5.16° 5.41°   8.25° 19.88°

Der Blickwinkel in Grad (°) bezieht sich auf die Bilddiagonale und nicht auf den horizontalen und vertikalen Blickwinkel.
Canon APS-C: Crop-Faktor 1,6
Nikon DX: Crop-Faktor 1,5

Bemerkung Brennweiten: Mit Weitwinkelbrennweiten erhält man eine tonnenförmige Verzerrung und gestreckte Proportionen des Motivs. Z.B. werden beim Fotografieren aus der Froschperspektive die Beine einer Person ungewöhnlich lang, während beim Fotografieren aus der Normalperspektive Nasen groß wirken, der Kopf sich nach hinten verjüngt usw.

Die Brennweite, bei der (aus menschlicher Sicht) z.B. Porträts recht natürlich wirken, ist 50-135 mm.

Mit langen Brennweiten kann man sehr weit entfernte Motive formatfüllend abbilden und den Vorder- und Hintergrund optisch näher zusammen rücken lassen.

Interessanter Link: Brennweitenvergleich von Sigma

Fokus:

Durch Einstellen des Fokus wird bestimmt, in welcher Entfernung Motive scharf abgebildet werden. Es bedarf also einer Entfernungsmessung, um den Fokus einstellen zu können.

AF Automatischer Fokus:

Die Kamera versucht, das Motiv automatisch scharf zu stellen, also die Brennweite automatisch auf das Motiv einzustellen.

MF manueller Fokus:

Sie können selbst manuell die Distanz einstellen, in welcher Motive scharf abgebildet werden.

∞ unendlicher Fokus:

Die Kamera stellt auf unendlich scharf, sodass auch Motive in weiter Ferne scharf abgebildet werden. Das ist z.B. ideal für die Landschaftsfotografie.

Macro -Fokus:

Die Kamera stellt so nah als möglich scharf. Das ist ideal für extreme Nahaufnahmen.

Blitz (auto/ein/aus/rote Augen):

Beim Blitz ist zu bedenken, dass er nur eine beschränkte Reichweite hat. Wenn das aufzuhellende Motiv zu weit entfernt ist, schafft es der Blitz nicht. Im Programmautomatikbetrieb ist es in solchen Fällen ratsam, den Blitz trotz wenig Umgebungslicht auszuschalten. Dadurch wählt die Kamera eine längere Belichtungszeit bzw. größere Blende und kann die Aufnahme richtig belichten. Mit Blitz würde die Kamera eine kürzere Belichtungszeit bzw. kleinere Blende wählen, aber da der Blitz es nicht schafft, wird das Foto unterbelichtet ausfallen.
Der Blitz kann auch bei Sonnenlicht eingesetzt werden. Wenn durch den Einfall von Sonnenstrahlen Gesichter halb in der Sonne und halb im Schatten liegen, dann kann versucht werden, mit eingeschaltetem Blitz die schattigen Bereiche aufzublitzen. Zu bedenken ist dabei aber die Blitzsynchronzeit, auch Synchronzeit oder X-Sync. Das ist die kürzeste wählbare Belichtungszeit (Verschlusszeit), bei der der Verschluss eines Fotoapparats kurzzeitig vollständig geöffnet ist. Wählt man einer kürzere Belichtungszeit als die Blitzsynchronzeit, dann hat man nur einen Streifen des Bildes belichtet!

Weißabgleich:

Der Weißabgleich dient der richtigen Farbwiedergabe von Fotos. Viele digitale Fotoapparate stellen Einstellungen wie z.B. starke Glühbirnen (3.000 K), Neonröhren (4.200 K), Sonnenlicht (5.200 K), Blitzaufnahmen (5.400 K), bewölkter Himmel (6.000 K), blauer Himmel (8.000 K) usw. zur Verfügung. Des Weiteren ist es bei vielen digitalen Kameras möglich, einen Wert für den Weißabgleich unter den aktuellen Lichtbedingungen zu messen, indem man eine neutrale (weiße oder graue) Fläche fotografiert. Wenn der Wert für den Weißabgleich optimal eingestellt ist, ergeben sich Farben, so wie sie der Mensch als realistisch empfindet. Stellt man bei neutralen Lichtverhältnissen den Weißabgleich auf Glühbirne ein, dann geht die Software des Fotoapparates davon aus, dass man sich unter orangefrabenem/rötlichen Licht befindet und steuert dem durch Hinzugabe von Blau entgehen. Die Software versucht also ein farblich realistisches Foto zu erzeugen. Weil ich mich aber nicht tatsächlich unter Glühlampenlicht also orangefarbenem/rötlichen Licht befinde, wird die Aufnahme einen Blaustich aufweisen. Stelle ich unter neutralen Lichtverhältnissen den Weißabgleich auf blauer Himmel ein, dann geht die Software des Fotoapparates davon aus, dass ich mich unter blauem Licht befinde und steuert dem durch Hinzugabe von Rot entgehen. Dadurch wird die Aufnahme einen Rot/Orange-Stich aufweisen.

Ich kann also mit dem Weißabgleich die Farbstimmung des Fotos beeinflussen.

Programme helfen bei der Einstellung wesentlicher Parameter

Die meisten Hersteller von digitalen Kompaktkameras gehen davon aus, dass ein Nicht-Experte die Kameras bedienen muss. Darum bieten sie meist vollautomatische oder halbautomatische Programme an, die Zeit, Blende, ISO-Wert, Blitz, Weißabgleich usw. automatisch einstellen. Hier nur einige dieser Programme:

Auto Alles wird automatisch eingestellt. Ideal wenn die Kamera „schussbereit gehalten werden soll“
Porträt Hintergrund unscharf, Hautfarben werden naturgetreu
Landschaft Alles scharf, leichte Tendenz zu Blau und Grün
Makro Nahaufnahmen, leichte Tendenz zu Rot, kräftige Farb- und Kontrastwiedergabe
Sport Kurze Belichtungszeit, um sich bewegende Objekte möglichst einzufrieren, Autofokus wird ständig nachgeführt, Abschaltung der Schärfepriorität zugunsten der Auslösepriorität
Nachtaufnahme Lange Belichtungszeit (Stativ empfohlen)
Nachtporträt Blitz-Langzeitsynchronisation: bei aktiviertem Blitz orientiert sich die Verschlusszeit am Umgebungslicht, ohne das Blitzlicht zu berücksichtigen. (Stativ empfohlen)
Sonnenuntergang Wie Landschaft, aber Belichtung angepasst und wärmere Farben
Schnee Schnee bleibt weiß
Gegenlicht In dunklen Bereichen bleiben Details sichtbar
Andere Motivprogramme wie z.B. Herbst, Kinder, Baby, Tiere, Kerzenlicht, Party usw. sind meist Ableitungen der Standardprogramme
Modus P Programmautomatik: Voreingestellte Kombinationen aus Zeit und Blende
Modus A, Av Zeitautomatik: Sie geben die Blende (aperture = Öffnung) vor, die Kamera sucht automatisch die passende Belichtungszeit. Ideal zum Steuern der Tiefenschärfe (kleine Blendzahl unscharfer Hintergrund und umgekehrt)
Modus S, Tv Blendautomatik: Sie geben die Belichtungszeit vor, die Kamera sucht automatisch die passende Blende. Ideal um Bewegungen einzufrieren (kurze Zeit) bzw. Bewegungen zu zeigen (lange Zeit).
M Manuell: Alles muss selbst eingestellt werden

 

TIPPS

Tipp 0 – Richtig fotografieren:

  1. Betriebsart wählen bzw. Kameraeinstellungen vornehmen
  2. Durch den Sucher oder über das Display den gewünschten Bildausschnitt wählen
  3. Darauf achten, dass ein bzw. das aktive Fokusmessfeld auf das Hauptmotiv gerichtet ist. Das kann erreicht werden, indem das Messfeld verschoben oder die Kamera geschwenkt wird.
  4. Den Auslöser bis zum ersten Druckpunkt drücken und in dieser Position halten, sodass die Kamera messen, scharf stellen und die nicht manuell vorgegeben Parameter einstellen kann.
  5. Eine erfolgreiche Messung und Scharfstellung wird im Sucher bzw. auf dem Display entsprechend angezeigt.
  6. Sofern die Kamera geschwenkt wurde, auf den gewünschten Bildausschnitt zurück schwenken, dann den Auslöser sanft bis zum zweiten Druckpunkt hinunter drücken, sodass das Bild aufgenommen wird.

Tipp 1 – Belichtung korrigieren:

Sie bemerken, dass Ihr Foto zu dunkel geworden ist. Nutzen Sie die Belichtungskorrektur, welche bei den meisten Fotoapparaten, ohne in die Tiefen des Menüs eintauchen zu müssen, schnell mittels Drehrad oder Pfeiltasten einstellbar ist. Mit der Belichtungskorrektur geben Sie der Kameraautomatik Bescheid: „bitte etwas heller“ oder „bitte etwas dunker“. Anschließend erstellen Sie das Foto nochmals.

Tipp 2 – Farbstimmung ändern:

Sie möchten ganz bewusst, dass das Foto warm wirkt, also einen Farbstich bekommt. Schalten Sie z.B. trotz Glühlampenlicht den Weißabgleich auf Neon ein. Dadurch meint die Kamera, sie befindet sich unter blauem Licht und fügt als Ausgleich Rot hinzu.

Tipp 3 – Fokus manuell einstellen:

Sie möchten ein sich bewegendes Tier hinter Gitterstäben fotografieren. Stellen Sie den manuellen Fokus auf die Entferneung des Tieres ein. Damit gewährleisten Sie, dass die Kamera das Tier scharf stellt und nicht die Gitterstäbe.

 

Tipps für tolle Fotos finden Sie beim Spiegel Online: 10 Tipps für tolle Fotos und Tipps für das Bild der Bilder.

Bilder verwalten, archivieren und korrigieren

Zum Verwalten, Archivieren und einfachen Korrigieren von Fotos gibt es viele verschiedene Programme. Eines davon ist Picasa von Google. Das tolle an Picasa: es ist Freeware und relativ gut dokumentiert.

Google Picasa:http://picasa.google.de (download, Funktionen, Hilfe)

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